In Hessen startet Pilotprojekt für freiwilliges Gesellschaftsjahr
9. März 2026Wie nun bekannt geworden ist, haben sich die Befürchtungen unserer Kolleg*innen bewahrheitet und die internationalen Formate weltwärts und kulturweit werden politisch beschnitten bzw. ganz in Frage gestellt.
Der Haushaltstitel, aus dem weltwärts finanziert wird, wurde im Rahmen der Haushaltsverhandlungen in 2025 erstmalig gekürzt. Daraus folgend ergibt sich eine spürbare Kürzung der Programmmittel für den kommenden Jahrgang 2026/27. Und das, obwohl eine Längsschnitt-Studie die positive langfristige Wirkung auf Haltungen und Engagement und anhaltendes entwicklungspolitisches Interesse bei den ehemaligen weltwärts-Freiwilligen festgestellt hat. Ein Factsheet des Bundesforum Freiwilliges Internationales Jahr unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutsamkeit dieses Dienstes: “weltwärts ist ein wichtiger Baustein moderner Entwicklungspolitik und kein „nice-to-have“. Stabile Rahmenbedingungen für weltwärts sind daher elementar – entwicklungspolitisch, gesellschaftlich und haushaltspolitisch.”
Außerdem soll der Internationale Freiwilligendienst kulturweit eingestellt werden. Eine Petition fordert Außenminister Dr. Johann Wadephul (CDU) auf, die Streichung zurückzunehmen und eine langfristige Finanzierung des internationalen Freiwilligen Programms zu garantieren.
Aus Sicht des BAK FSJ ist ein Ausbau von zivilgesellschaftlichem Engagement und die Sicherung einer resilienten Gesellschaft nicht allein durch den freiwilligen Wehrdienst und die einseitige Stärkung der Freiwilligendienste im Inland möglich; auf diese Schieflage weisen auch AGDF und vidi e.V. in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung hin. Nur im Zusammenwirken von starken Freiwilligendiensten im In- und Ausland kann eine Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit entstehen, die unsere Demokratie nachhaltig stabilisiert und langfristig trägt. Das Grundlagenpapier “Jugendgerechte Sicherheitspolitik” der Arbeitsstelle Eigenständige Jugendpolitik argumentiert: “Internationale Jugendbegegnungen, Freiwilligendienste und internationale Projekte sind wichtige Elemente einer jugendgerechten Sicherheitspolitik, die zum Verständnis globaler Zusammenhänge, zu Solidarität und interkulturellen Freundschaften beitragen. […] Sie tragen zur Stärkung einer demokratischen Haltung und einem wertschätzenden Umgang mit Diversität bei. […] Jugendliche dürfen nicht nur als Schutzbedürftige oder als Ressource für Wehrdienste betrachtet werden, sondern sind aktive Gestalter*innen einer friedlichen Gegenwart und Zukunft.”
Der BAK FSJ unterstützt die Forderungen der verbandlichen Kolleg*innen aus den Internationalen Freiwilligendienste an die Bundesregierung. Dies entspricht auch dem verbändeübergreifenden Dreiklang aus der Vision 2030 – für eine Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit.
Hinweis: FSJ, FÖJ, BFD und IJFD werden aus den Haushaltstiteln des BMBFSJ gefördert, weltwärts liegt beim BMZ und kulturweit beim Auswärtigen Amt.

